David Simon hat eine Schiebermütze auf, ist dünner als auf dem Wikipedia-Bild, er hat eine Homicide-Baseballjacke an und sehr schöne Schuhe. Sie sind aus schwarzem und weißem Leder. Wenn man wollte, dann könnte man auch noch behaupten er habe wache Augen. Aber das klingt scheiße. David Simon steht vor und in den billigen Ruinen der Oliver Pocher Deko des Residenz-Filmtheaters und erzählt über seine neue HBO-Serie Treme. Und dann fängt die 80 minütige Pilotfolge an und Simon geht im Halbdunkel den halbschrägen Flur Richtung Ausgang. Das Gehen sieht ein bisschen aus wie leichtes Wanken. Nicht wie ein Cowboy, sondern vielleicht eher wie ein Dockarbeiter, ein bisschen geduckt, vielleicht hat er irgendwann auch mal geboxt oder Boxern beim Boxen zugesehen. Im September hat Simon den so genannten Genius Award der John D. und Catherine T. MacArthur Foundation bekommen. In ein paar Tagen bekommt Simon in Köln den TV Spielfilmpreis.

