In der taz diese sehr kurze und sehr treffende und brilliante Formulierung “Moritz von Uslar, immer noch Berlin Mitte” gelesen. Die taz wird einem dann in der Odessa Bar verkauft, wo Tannenzweige auf dem Boden liegen und wo sehr toller zeithistorischer Acid House läuft und wo eine Flasche Hendricks Gin (auf der Torstrasse trinkt man ausschließlich Hendricks) mit 5 Softdrinks und Eis schlappe 145 Euro kostet. Ein schrecklicher Werberladen sagt A. Die ganzen blöden aufgedrehten Amerikaner schmeißen Stühle um, reden zu laut, lachen zu laut und sehen alle aus wie seit Steven Malkmus niemand mehr. Überall Blumen und blöd neugemachte Toiletten aber besser als schräg gegenüber wo man klingeln muss (überall in Berlin Mitte muss man jetzt klingeln) und der Bartyp der so GZSZ-mäßig aussieht will 52 Euro für ein blödes kleines Medizinerfläschen Gin (Hendricks) weil es alles nur in Flaschen gibt. Konzept! Und nichts mehr sehnt man sich herbei, als diese Augmented Reality App die einem ganz kurz einblendet wer diese Leute da jetzt alle bitte überhaupt sind und wo sie herkommen und wo sie hingehen und warum, bevor man dann schnell im Hinterhof die Treppen hochhuscht und noch ein Brot isst und Infinity von Guru Josh als Ohrwurm hat. Am vormittag zieht Nicolette Krebitz einen Schlitten über den Rosenthaler Platz. Im Halbdunkel des Kopiergeschäfts nebenan steht ein unfassbarer Computer mit zwei 8” Diskettenlaufwerken - was bemerkenswert ist weil die 5 1/4 Inch Nachfolger-Diskette bereits 1976 erfunden wurde. 1985 hatten die Shop Assistants mindestens zwei Hits. John Peel mochte die und Morrissey auch. The drummer is unbearably cute steht bei YouTube.


