Das ist also - nach Eigenauskunft - Deutschlands modernster Newsroom. Eine “Nachrichtenkathedrale” mit so genanntem “Hub”. Sieht ein bisschen aus wie eine Stadtsparkasse. Meine persönliche Erfahrung mit Newsrooms: Kein Mensch will da sitzen. Soziale Kontrolle, laut wiehernde Kollegen und dauerpräsente Telefongespräche zum Mithören. Eine unproduktive Arbeitsatmosphäre. Wenn es irgendwie geht, zieht sich jeder zurück. Hier lebt und arbeitet:
“Eine Redaktion, die die Print-Ausgabe herstellt, von der Seite eins bis zur Leute-Seite. Die aber zugleich für die Website verantwortlich ist. Die neben der Tagesaktualität die Minuten-Aktualität des Online-Angebots verinnerlicht. Die nicht nur schreibt und fotografiert, sondern auch Audio-Angebote und Videofilme bereitstellt”
Fotografieren die Damen und Herrn im Newsroom? Nehmen Sie da Audios auf? Und drehen Filme? Hoffentlich nicht. Warum sollen diese Medienangebote in einem Riesenbüro bearbeitet werden? Keine Ahnung. Soll jemand der Fotos macht auch Texte schreiben? Lieber nicht. Andersrum? Lieber nicht. Diese bauliche M*nifestation von Kopfgeburt-Workflows vermeintlich moderner und unglaublich mutlitaskingfähiger Content-Producer an Newsdesks ist doch ein ziemlicher Blödsinn. In einigen Jahren wird die Rückkehr ins Zwei-bis-drei-Personen-Büro als unglauliche Innovation gefeiert werden. Word!


