Ein gutes aktuelles Beispiel für die Transparenz der Berichterstattung im Zeitalter von Smartphones, Internet, Facebook und Twitter. Das Bild da oben wurde gestern und heute im Internet durchgereicht. Weil es ein gutes Foto ist. Man kann von dem Occupy-Protest halten was man will, das Aufeinandertreffen von schwarz-behelmten Vertretern irgendeiner Autoriät und ganz normalen Menschen funktioniert immer. Vor allem, wenn Phantasie-anregender Sprühnebel mit dabei ist. Offenbar Pfefferspray. Wie jetzt eigentlich immer, gab es direkt Fragen danach, ob das Bild echt oder mit Photoshop verändert worden sei. Die Qualifizierung, professionell und schnell ein Bild daraufhin zu analysieren, dürfte in vielen Bildredaktionen noch ein Alleinstellungsmerkmal sein. Vor allem wenn man eine nötige Kontext-Analyse via Social Media und ggf. länderspezifische Infos mit einbeziehen will. Würde mich mal interessieren, ob es da bereits Fachleute gibt.Das Bild oben ist offenbar echt. Geschossen hat es Randy L. Rasmussen vom Oregonian. Er ist seit 1981 Teil des photo staff. Und wäre selten dämlich, wenn er ein Bild dieser Thematik derzeit photoshoppen würde. Weil es einfach zu viele Kontext-Infos gibt. Zum Beispiel unter diesem Artikel. Zusätzlich posten User eigene Augenzeugenberichte und sogar ein Video, das das Mädchen unmittelbar danach beim Verlassen der Demonstration zeigen soll. Der Begleiter könnte hinkommen. Bei der Jacke und dem Halstuch bin ich mir unsicher. Ist sie das? Wer ist sie?PS. Die Google Images Suche, bei der man Bilder hochladen kann um andere Fundstellen zu finden, zeigt übrigens muntere “optisch ähnliche Bilder” - aus der Autowerkstatt.Update: Das twittert @istolethekishka ein paar Stunden später —> @m_boesch Sie heisst Elmira Rodriegez (28), und kommt aus Portland. kptv.com/story/16071041… #ows #occupyportland   — Thx!

Ein gutes aktuelles Beispiel für die Transparenz der Berichterstattung im Zeitalter von Smartphones, Internet, Facebook und Twitter. Das Bild da oben wurde gestern und heute im Internet durchgereicht. Weil es ein gutes Foto ist. Man kann von dem Occupy-Protest halten was man will, das Aufeinandertreffen von schwarz-behelmten Vertretern irgendeiner Autoriät und ganz normalen Menschen funktioniert immer. Vor allem, wenn Phantasie-anregender Sprühnebel mit dabei ist. Offenbar Pfefferspray

Wie jetzt eigentlich immer, gab es direkt Fragen danach, ob das Bild echt oder mit Photoshop verändert worden sei. Die Qualifizierung, professionell und schnell ein Bild daraufhin zu analysieren, dürfte in vielen Bildredaktionen noch ein Alleinstellungsmerkmal sein. Vor allem wenn man eine nötige Kontext-Analyse via Social Media und ggf. länderspezifische Infos mit einbeziehen will. Würde mich mal interessieren, ob es da bereits Fachleute gibt.

Das Bild oben ist offenbar echt. Geschossen hat es Randy L. Rasmussen vom Oregonian. Er ist seit 1981 Teil des photo staff. Und wäre selten dämlich, wenn er ein Bild dieser Thematik derzeit photoshoppen würde. Weil es einfach zu viele Kontext-Infos gibt. Zum Beispiel unter diesem Artikel

Zusätzlich posten User eigene Augenzeugenberichte und sogar ein Video, das das Mädchen unmittelbar danach beim Verlassen der Demonstration zeigen soll. Der Begleiter könnte hinkommen. Bei der Jacke und dem Halstuch bin ich mir unsicher. Ist sie das? Wer ist sie?

PS. Die Google Images Suche, bei der man Bilder hochladen kann um andere Fundstellen zu finden, zeigt übrigens muntere “optisch ähnliche Bilder” - aus der Autowerkstatt.

Update: Das twittert @istolethekishka ein paar Stunden später —> @m_boesch Sie heisst Elmira Rodriegez (28), und kommt aus Portland. kptv.com/story/16071041… #ows #occupyportland   — Thx!

The modern world is built on a series of vast systems, intricate combinations of people and machines, but our journalism isn’t really built to help us understand them. Das hat Jonathan Stray Ende September hier gebloggt. Der Artikel heißt: Journalism for Makers. Und ich glaube, dass es im Moment auf einmal ganz viele davon gibt. Vielleicht ist ein Knoten geplatzt. Vielleicht ist irgendwas passiert. Auf jeden Fall fühlt es sich gerade so an, als ob an ganz vielen Ecken des digitalen Journalismus ganz viel passiert, um bessere, zeitgemäßere Produkte zu schaffen, die Inhalte nicht nur mehr oder weniger hübsch poliert präsentieren, sondern einen echten, klaren, wirklichen, dauerhaften Mehrwert bieten. Jeff Sondermann hatte das vor einiger Zeit hier gefordert. 
In einem Poynter-Artikel verabschieden sich Chase Davis and Matt Wynn jetzt vom jahrelang gepriesenen “Content” und fordern “Produkte” - in a broader sense, we mean thinking about news apps as “products,” not “content,” and approaching the way we build them as designers and entrepreneurs, not reporters and editors. We mean Data Enterprise: decoupling news apps from the news cycle and investing more resources in products that are durable, engaging, useful – even profitable.
Maker culture is a way of thinking — a DIY aesthetic of tinkering, playing around, and rebuilding, all without fear of failure. Just the kind of thing journalism needs. (*)
Um einen ungefähren Eindruck vom Stand der Debatte zu bekommen, lohnt sich eine fünfteilige Serie von Daniel Sinker, die er in Vorbereitung auf das jetzt gerade stattfindende Mozilla Festival in London geschrieben hat. Thinking about Journalism in the Open: An intro. Spannend klingt auch die Auswahl der Knight-Mozilla Fellows 2011/2012. Cole Gillespie wird bei Zeit Online arbeiten. 

The modern world is built on a series of vast systems, intricate combinations of people and machines, but our journalism isn’t really built to help us understand them. Das hat Jonathan Stray Ende September hier gebloggt. Der Artikel heißt: Journalism for Makers. Und ich glaube, dass es im Moment auf einmal ganz viele davon gibt. 

Vielleicht ist ein Knoten geplatzt. Vielleicht ist irgendwas passiert. Auf jeden Fall fühlt es sich gerade so an, als ob an ganz vielen Ecken des digitalen Journalismus ganz viel passiert, um bessere, zeitgemäßere Produkte zu schaffen, die Inhalte nicht nur mehr oder weniger hübsch poliert präsentieren, sondern einen echten, klaren, wirklichen, dauerhaften Mehrwert bieten. Jeff Sondermann hatte das vor einiger Zeit hier gefordert. 

In einem Poynter-Artikel verabschieden sich Chase Davis and Matt Wynn jetzt vom jahrelang gepriesenen “Content” und fordern “Produkte” - in a broader sense, we mean thinking about news apps as “products,” not “content,” and approaching the way we build them as designers and entrepreneurs, not reporters and editors. We mean Data Enterprise: decoupling news apps from the news cycle and investing more resources in products that are durable, engaging, useful – even profitable.

Maker culture is a way of thinking — a DIY aesthetic of tinkering, playing around, and rebuilding, all without fear of failure. Just the kind of thing journalism needs. (*)

Um einen ungefähren Eindruck vom Stand der Debatte zu bekommen, lohnt sich eine fünfteilige Serie von Daniel Sinker, die er in Vorbereitung auf das jetzt gerade stattfindende Mozilla Festival in London geschrieben hat. Thinking about Journalism in the Open: An intro.

Spannend klingt auch die Auswahl der Knight-Mozilla Fellows 2011/2012. Cole Gillespie wird bei Zeit Online arbeiten. 

Bei Zeit Online ein Text über Next Media. Und in der ZDF Mediathek auch. Interessant in dem Kontext Game-Look-and-Feel noch mal das nachgebaute augmented Baseballspiel hier. Der Piratenpartei-Beitrag von Next Media ist auf jeden Fall harter Trash. Und die Linsay Lohan Version da oben ist sick. Bei all der Erregung: Über die manchmal tollen und manchmal hässlichen Zeichnungen aus Gerichtssälen hat sich wahrscheinlich noch nie jemand aufgeregt. Oder, doch?!

Bei Zeit Online ein Text über Next Media. Und in der ZDF Mediathek auch. Interessant in dem Kontext Game-Look-and-Feel noch mal das nachgebaute augmented Baseballspiel hier. Der Piratenpartei-Beitrag von Next Media ist auf jeden Fall harter Trash. Und die Linsay Lohan Version da oben ist sick. Bei all der Erregung: Über die manchmal tollen und manchmal hässlichen Zeichnungen aus Gerichtssälen hat sich wahrscheinlich noch nie jemand aufgeregt. Oder, doch?!

Einer ist immer der Erste. Mike Greenly - der erste Blogger / Online-Journalist. Gesehen bei OReilly. November 1985. Auch schon länger her. Hier der Screenshot. Computer Journalist klingt super. Interactive electronic journalist auch. Hier das Arbeitswerkzeug: Tandy TRS 80 Model 100. 

Einer ist immer der Erste. Mike Greenly - der erste Blogger / Online-Journalist. Gesehen bei OReilly. November 1985. Auch schon länger her. Hier der Screenshot. Computer Journalist klingt super. Interactive electronic journalist auch. Hier das Arbeitswerkzeug: Tandy TRS 80 Model 100

Aggregation Strategy

Joseph Stashko sitzt am 22. Juli im Cafe und liest bei Twitter (Dave Wyllie) von den Anschlägen in Oslo. Das Cafe ist 20 Minuten von seiner Wohnung entfernt. 30 Minuten später fängt Stashko - der u.a. für die UK Ausgabe der Huffington Post bloggt - an, mit dem Tool Storify Informationen über die Explosion in Oslo zusammenzutragen. Interessant ist sein reflektierender Artikel: How I Covered The #Oslo Bomb Blast.

Stashkos Fazit: We often talk about citizen journalists being able to beat reporters to the scene of a story by simply being in the right place at the right time. But less is said about citizens collecting and making sense of all the information at a faster pace than mainstream news organisations.

Deswegen empfohlen sei der Poynter Artikel The seven steps to a successful aggregation strategy for your news organization. Da stehen keine neue Geheimerkenntnisse drin, aber er gibt einen guten Überblick und die richtigen Fragen werden gestellt. Außerdem erfährt man von der interessanten neuen Strategie von Breaking News und einen weiteren Link zu einem Erfahrungstext. Erfahrungen im Bereich Aggregation und Kuration werden gerade an allen Ecken und Enden gesammelt. Ich mag diese Formulierung von Joe Weisenthal zum Thema: Speed kills, but slowness is a painful death of its own:

Rethinking Structure

Vadim Lavrusik, Facebooks erster Journalist Program Manager, schreibt bei Nieman über Five key building blocks to incorporate as we’re rethinking the structure of stories. In den sehr lesenswerten Kommentaren nicht nur Hinweise auf die beiden Projekte Panda und Overview - die ich beide nicht kannte - sondern auch auf die Mother Jones Explainer. Mutter Jones ist eine liberale amerikanische News Organisation, abgekürzt MoJo - genau wie Mobile Journalism und die Kooperation der Knight Foundation mit Mozilla. Explainer ist ein kleines Format, das zum Beispiel so aussieht und so funktioniert. 



“In all, the MoJo page pretty much takes the Demand Media approach to the production of market-driven content — right down to its content-farm-tastic title: “What’s Happening in Egypt Explained.” The crucial difference, though, is that its content is curated by an expert journalist.” (*) Antworten zu den essentiellen Fragen ohne sich dabei zu schade zu sein, die Basics zu erklären. Das ist gut, weil die “audience members might come into it armed with highly discrepant levels of background information.” 

In der Machart der FAQ ähnlich. Dazu ein entscheidender Vorteil: “It’s welcoming. And it doesn’t, you know, judge.” Eine sinnvolle Herangehensweise. Und als Bestandteil einer anderen Berichterstattung einem Infokasten rechts auf Seite 2 überlegen. Das ist nur noch nicht flächendeckend  im Internet angekommen. ”Today’s web “article” format is in many ways a descendent from the golden age of print. The article is mostly a recreation of print page design applied to the web.”

Super finde ich auch diese Idee: Under “context” I would include fact-checking, linkage and transparency — ways that a reporter can answer the “How do I know?”…(*)

Clark Gable hat in den 30er Jahren so einen Chefredakteur mit rauem Ton gespielt. Er hing auf dem Ledersofa rum, rauchte, suchte nach einer Story und schnauzte die Leute an. Und die Leute schnauzten zurück. Das schien mir in jungen Jahren so als Lebens- und Arbeitsstil sehr interessant zu sein.
Six ideas by Phillip Smith

Six ideas by Phillip Smith

Sure, you can find (at least temporary) comfort in the familiar. Keep working on traditional, quote-three-sources-including-one-elected-official, inverted pyramid, newspaper-style stories. Maybe add a part-time blog on the side, to feel “hip” and score some points with your boss.
Journalism isn’t like brain surgery, or piloting a Boeing 747. A professional journalist knows how to get information, ask questions, tell stories and connect isolated facts. These are not esoteric or specialized skills, just heightened versions of things any smart citizen should be able to do.

Wie sich das anfühlt wenn man eindringt

Dieses Blogposting hat nichts mit Sexualpraktiken zu tun. Vielmehr kreist es ein wenig um den Begriff des Immersive Journalism. Die direkte Übersetzung von immersive lautet eindringend. Allerdings auch umfassend. Überhaupt scheint der Begriff abseits des Fachbegriffs Immersion keine gute, direkt passende deutsche Übersetzung zu haben.

Das Konzept klingt trotzdem spannend und äußerst einleuchtend. Denn in Zeiten des wahllosen News-Scannens, dem Überangebot und der Gleichzeitigkeit - welcher Content-Produzent möchte das nicht: Nach der Schlacht um Aufmerksamkeit den wohligen Schauer von Bindung, Zuneigung, Identifikation und Engagement spüren. Kurz: echte Gefühle im unechten Internet.

Auf der sehr interessanten Website Immersivejournalism.com wird eingangs die Frage nach dem Feel und Feeling von News und News Sites gestellt.

Warum sollen Gefühle wichtig sein, wenn ich Nachrichten lesen will? Ganz einfach. Die Verpackung und Anmutung dieser Nachrichten wird im Zeitalter des totalen Zugriffs immer wichtiger. Reichte in der Anfangszeit des Webs eine in rohem HTML zurechtgezimmerte Seite um den geneigten Leser zu befriedigen, musste es im nächsten Evolutionsschritt des Webs bereits eine Portal ähnliche Website sein, deren Struktur an klassische Zeitungen und Magazine angelegt war. Derzeit erleben wir eine noch nicht sonderlich experimentierfreudige Übergangsphase - die bis dato linkfreie, beschnitten wirkende News-Apps hervorgebracht hat.

Erstes Fazit des Status Quo. Es fühlt sich gut an durch News-Magazine auf dem iPad zu wischen. Wie antiquiert und unpersönlich und wenig haptisch wirkt in dieser Umgebung eine so genannte Computermaus?! Zweites Fazit des Status Quo. Wie unbeholfen doch die Kombination von Text, Bild und Ton oft wirkt. Sichtbar wird wie verhaftet frisch gebackene App-Macher (noch) in der Tradition des Papierblatt-Machens sind.

Abgesehen davon. Verbringen offenbar immer mehr Menschen immer mehr Zeit auf wenigen und immer weniger Zeit auf mehr Websites. Anders und böse: Warum soll ich mir die Website vom Stern anschauen? Welches Gefühl wird hier evoziert?

Wir achten beim Waschmittelkauf darauf. Wir achten beim Hosenkauf darauf. Warum sollte das beim Besuchen von Websites anders sein. Ich will mich hier nicht nur zurecht finden, sondern für die Zeit der Nutzung Teil werden, mich identifizieren, das gut finden, egal ob die Website mir Klarheit, Struktur, Zukunftsglauben, Verspieltheit, Verschmitztheit, Originalität oder kühle Professionalität signalisiert. Das ist der Grund warum Tumblr besser als Posterous ist, warum das Lookbook funktioniert und warum Brizzly vieles richtig macht.

So. Und jetzt der Linktipp um den es eigentlich ging. Es kommt ja nicht so oft vor, dass man Blopostings im Feedreader mehrmals liest. Das hier habe ich jetzt drei mal gelesen. How Immersive Journalism, Games Can Increase Engagement

Data Journalism

Sie suchen ein sustainable Buzzword? Derzeit wärmstens empfohlen - irgendwas mit Data. Damit macht man in nächster Zeit wenig falsch. Denn angenehm groß, bedrohlich, unvorstellbar, wahnsinnig und immer weiter wachsend ist die Datenmenge im Netz. Das ist prinzipiell nichts Brandneues. Auch wenn die Zahlen in den letzten sieben Jahren noch einmal drastisch gestiegen sind. Bei ReadWriteWeb gibt es ein Video von einer aktuellen Marissa Mayer Präsentation dazu.

Komisch, dass das Thema Daten in weiten Teilen des deutschen Journalismus noch gar nicht, stiefmütterlich, schulterzuckend oder nur in kleinen Nischen abgehandelt wird. Oder übersehe ich da gerade was? Themen wie Datenaggregation, -verarbeitung und - aufbereitung sollten jetzt gerade heiß bearbeitet, diskutiert und vorangetrieben werden. Statt dessen wird immer weiter immer mehr redundanter Content ins Web geblasen. Warum eigentlich?

Eine erfreulich technische Auseinandersetzung findet derzeit im dpa-newslab statt. Und sonst? Hier ein paar Texte und Links zum Starten. Zentral für die Diskussion ist derzeit vor allem der technologische Aspekt. Voraussetzung für den Datenjournalisten ist ein Grundverständnis von Struktur und Ablauf im Netz. Die Zeit der Webannäherung ist vorbei. Einen Text in ein CMS setzen können reicht nicht mehr. Anschauen kann man sich diese Entwicklung sehr schön im Blog von Mindy Mc Adams, die schreibt nämlich seit Wochen auch fast nur noch über HTML5, jQuery & JavaScript. Also doch noch mal hinsetzen und diese Yahoo Pipe ausprobieren - oder eben lesen:

The Digital Journalist´s Handbook

Entgegenfiebern ist vielleicht ein bisschen übertrieben. Aber ich hab auf dieses Buch gewartet - seit es Mister Mark S. Luckie auf seinem lesenwerten Blog 10000Words angegkündigt hat. Jetzt ist es da und es sieht ganz gut aus und man kann es auch mal lesen.

Muss man aber nicht. Es sei denn man will mal einen eher dröge geschriebenen grundlegenden Überblick bekommen. Wenn man nicht weiß was RSS ist, wenn man mal was über Blogs wissen will oder eine Kamera kaufen will und nicht weiß welche, wenn man schon immer mal wissen wollte was eine Audio-Slideshow ist und was die Nachteile von Flash sind, dann kann man das Buch kaufen.

Mark S. Luckie hat eigenhändig am Computer Zeichungen eines USB-Anschlusses, einer Mini-Disc und eines Phantasie-Audirecorders angefertigt. Für Leute die noch nie eine Mini-Disc gesehen haben kann das sehr nützlich sein. Vorausgesetzt sie wollen mit Mini-Discs arbeiten.

Angepriesen wird das Buch als “your new secret weapon”. Ich persönlich würde keiner journalistischen Geheimwaffe vertrauen die mir auf zwei Seiten erklärt was Myspace ist.

Das Buch ist als Übersichtbuch mit sehr sehr niedriger Einstiegsschwelle konzipiert und es funktioniert. Tadellos. Was man hier nicht bekommt: Einen theoretischen Überbau, einen waghalsigen Zukunfsentwurf, drei-fünf Ideen abseits des Mainstreams.

Es gibt ein paar Links zum Buch im Internet - meist ohne zusätzlichen Kommentar, nicht verschlagwortet und insgesamt ein bisschen lieblos. Warum hat Luckie hier nicht eines seiner präsentierten Tools benutzt und eine wachsende Delicious-Liste angelegt?



Fazit: Die digitale Kluft wird rasend größer. Dieses Buch ist für interessierte Beginner. Wie lange diese noch die Chance haben aufzuschließen weiß ich nicht. Es ist ein Unterschied ob man mal einen Text in ein CMS setzt, eine Yahoo Pipe bastelt oder den Inhalt einer Datenbank visualisiert.

Ob das jeder digitale Journalist können muss? Bestimmt nicht. Aber mit rudimentären HTML-Kenntnissen wird man wahrscheinlich nicht bei der Ausgestaltung der digitalen Zukunft aktiv teilhaben. Darauf weist dann übrigens auch Luckie hin.

These advanced programming languages usually fall outside of the skill set of many journalists, even those who are familiar with basic web development. Before attempting to master any sort of advanced programming, you should first learn and understand computer languages like HTML and how they are used to structure information.