Vor 4 Stunden informierte mich ein Bot darüber, dass ich heute vor 5 Jahren angefangen habe Twitter zu nutzen. Danke Bot. Dazu mehr oder weniger passend eben gelesen / gesehen.
Ein wie immer richtiger Text von Kathrin Passig über die offenbar immer noch nicht flächendeckend verbreitete Anerkennung von Netz-Kommunikation (Wer twittert, ist der Selbstdarstellung verdächtig, so Kathrin Passig - Zeit Online).
Eine 39 seitige Studie (Abbildung oben) der ORF-Journalistin Nadja Hahn, die die Studie als Research Fellow der European Broadcasting Union (EBU) in Kooperation mit POLIS, dem Think Tank für Journalismus und Gesellschaft der London School of Economics geschrieben hat.
Alles wichtig. Alles richtig. Und trotzdem started unter melodramatischem Seufzen ein Schallplattenspieler und “Last night i dreamed that somebody loved me” von den Smiths setzt ein.
Schwere Streicher und dazu die immerwährenden Textzeilen “The story is old - i know but i goes on”genau wie die immer und immer wieder vorgebrachten Argumente, Entdeckungen und Hinweise von S.o.c.i.a.l.M.e.d.i.a.M.e.n.s.c.h.e.n.
Was natürlich vollkommen legitim und super ist; aber verwöhnt von digitalen Revolutionen und Umwälzungen (also so was wie der Wechsel von Myspace zu Facebook) wünscht man [sic] sich einfach mehr als 1) eine Relevanzdebatte in Endlosschleife und 2) Hinweise darauf, dass man a) ja mal anfangen müsse und/oder b) andere ja so unfähig seien und überhaupt.
Posted on Tuesday, April 2nd 2013
Das ZDF twittert jetzt von vor Ort. Aus Krisenregionen. In Krisensituationen. Da Twitter so unfassbar transparent ist, kommen dabei Sachen heraus, die viel Rückschluss zulassen.
“Fernsehen unter besonderen Bedingungen”, twittert Uli Gack da. Und weiter: “Ich und mein Team in Az-Zawiyah”. Ich. Der Esel nennt sich selbst zuerst. Vielleicht eine Lapalie. Fällt aber trotzdem auf. “Bin jetzt außerhalb…Mir war die Lage in der Stadt zu unsicher” - Kein Ding. Das ist okay. Auch wenn die anderen derweil mitten in der Stadt sitzen.
Nur ob man dann Sachen twittern sollte wie “Die Anzeichen verdichten sich”, “Wir hören, dass” oder ein Kurzinterview mit jemandem, der irgendwann mal im Präsidentenpalast war? Hier offenbart sich ein klassischer deutscher Korrespondentensprech. Der nicht mehr in diese Zeit passt. Zumindest nicht bei Twitter.
Bei Twitter verdichten sich keine Anzeichen. Hier gibt es entweder verbriefte Informationen von Leuten die vor Ort sind und dafür mit ihrem Namen einstehen. Oder es gibt Kuratoren, die von egal wo, nachfragen und Informationen sammeln. Präzise. Mit Quellenangabe.
Wenn die libyschen Aufständischen via Social Media die Koordinaten von Scharfschützen durchgeben (Channel 4), wenn SkyReporter mit “Apple Mac Pro laptop computer connected to a mini-satellite dish that was charged by a car cigarette lighter socket” live aus Tripolis senden, dann muss vielleicht mehr passieren als das Posten eines - ganz ehrlich - eher gemütlich aussehenden Bildes von außerhalb. Nicht zwangsläufig selbstmörderische Filmaktionen wie bei der Konkurrenz, vielleicht aber zum Beispiel Twitter-Kommunikation auf Augenhöhe. Eine Vernetzung mit internationalen Kollegen, inkl. RTs und Verlinkung.
Posted on Wednesday, August 24th 2011
Bis jetzt war die Sache relativ einfach. Bekannte aus dem echten Leben fanden sich bei Facebook. Hier ging es um Musik, irgendwelche Picknicks, Gossip und Kinderfotos. Twitter war die Echtzeit-Nachrichtenzentrale. Fertig. Ab und an dann noch mal der Google Reader. Mehr der Vollständigkeit halber. Mit niedriger Frequenz.
Jetzt kommt Google+ und wirbelt alles durcheinander. Vielleicht ist das ja temporäre Aufbruchsdynamik, aber das Ganze fühlt sich derzeit dann doch recht frisch und geschmeidig an. Wenn man mehr Zeit in die Kreisgestaltung investieren würde und noch mehr Leute vorbeischauen täten, dann könnte das rein theoretisch usw. Im Moment überwiegt eher ein Gefühl der Unausgewogenheit: Was wann und wieso wo posten, konsumieren und teilen?
Posted on Monday, July 11th 2011



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