Nach diesem Blogger-Dossier in der FAZ wollte ich immer mal - Achtung - “junge Blogger” (x < 25) auftun, interviewen und vorstellen. Jetzt wird das vielleicht eine lose Sommerserie. The Kids are allright. Blogschau 120 mit @Hasencore #W@RK
Wie sich das anfühlt wenn man eindringt
Dieses Blogposting hat nichts mit Sexualpraktiken zu tun. Vielmehr kreist es ein wenig um den Begriff des Immersive Journalism. Die direkte Übersetzung von immersive lautet eindringend. Allerdings auch umfassend. Überhaupt scheint der Begriff abseits des Fachbegriffs Immersion keine gute, direkt passende deutsche Übersetzung zu haben.
Das Konzept klingt trotzdem spannend und äußerst einleuchtend. Denn in Zeiten des wahllosen News-Scannens, dem Überangebot und der Gleichzeitigkeit - welcher Content-Produzent möchte das nicht: Nach der Schlacht um Aufmerksamkeit den wohligen Schauer von Bindung, Zuneigung, Identifikation und Engagement spüren. Kurz: echte Gefühle im unechten Internet.
Auf der sehr interessanten Website Immersivejournalism.com wird eingangs die Frage nach dem Feel und Feeling von News und News Sites gestellt.
Warum sollen Gefühle wichtig sein, wenn ich Nachrichten lesen will? Ganz einfach. Die Verpackung und Anmutung dieser Nachrichten wird im Zeitalter des totalen Zugriffs immer wichtiger. Reichte in der Anfangszeit des Webs eine in rohem HTML zurechtgezimmerte Seite um den geneigten Leser zu befriedigen, musste es im nächsten Evolutionsschritt des Webs bereits eine Portal ähnliche Website sein, deren Struktur an klassische Zeitungen und Magazine angelegt war. Derzeit erleben wir eine noch nicht sonderlich experimentierfreudige Übergangsphase - die bis dato linkfreie, beschnitten wirkende News-Apps hervorgebracht hat.
Erstes Fazit des Status Quo. Es fühlt sich gut an durch News-Magazine auf dem iPad zu wischen. Wie antiquiert und unpersönlich und wenig haptisch wirkt in dieser Umgebung eine so genannte Computermaus?! Zweites Fazit des Status Quo. Wie unbeholfen doch die Kombination von Text, Bild und Ton oft wirkt. Sichtbar wird wie verhaftet frisch gebackene App-Macher (noch) in der Tradition des Papierblatt-Machens sind.
Abgesehen davon. Verbringen offenbar immer mehr Menschen immer mehr Zeit auf wenigen und immer weniger Zeit auf mehr Websites. Anders und böse: Warum soll ich mir die Website vom Stern anschauen? Welches Gefühl wird hier evoziert?
Wir achten beim Waschmittelkauf darauf. Wir achten beim Hosenkauf darauf. Warum sollte das beim Besuchen von Websites anders sein. Ich will mich hier nicht nur zurecht finden, sondern für die Zeit der Nutzung Teil werden, mich identifizieren, das gut finden, egal ob die Website mir Klarheit, Struktur, Zukunftsglauben, Verspieltheit, Verschmitztheit, Originalität oder kühle Professionalität signalisiert. Das ist der Grund warum Tumblr besser als Posterous ist, warum das Lookbook funktioniert und warum Brizzly vieles richtig macht.
So. Und jetzt der Linktipp um den es eigentlich ging. Es kommt ja nicht so oft vor, dass man Blopostings im Feedreader mehrmals liest. Das hier habe ich jetzt drei mal gelesen. How Immersive Journalism, Games Can Increase Engagement



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